Der Bezug zur heutigen Zeit

Um den Bezug zur heutigen Zeit zu erstellen, muss erst einmal der Unterschied zwischen Religion und Mythologie erschlossen werden.
Unterschied zwischen Religion und Mythologie
Laut der Website Sawkinome wird die Religion dabei als Glaube an einen oder mehreren Göttern beschrieben, welche durch einen Akt der Anbetung gewürdigt wird. Dabei wird in einer Religion ein Bild veranschaulicht, welches die Existenz von solchen übermenschlichen Wesen bezeugen soll. Dieses geschaffene Bild oder die geschaffene Vorstellung bezieht sich auf Aspekte des Lebens und erklärt diese oder baut sie mithilfe der Religion und der Kraft des Glaubens aus. Das Ziel der Religion ist es somit, die Menschen zu überzeugen, indem ein solches System der Überzeugung
errichtet wird, welches den Menschen den Weg weist. (Sawakinome, 2021)
Die Religion beinhaltet gemäss der Internetseite Stephonsays auch eine gewisse Ranghierarchie, wie zum Beispiel Priester oder Bischöfe, welche den „normal Gläubigen“ überstellt sind. (Stephonsays, 2021)
Die Mythologie wird nach der Internetseite Sawakinome als jenes System beschrieben, welches kreiert wird, um die Menschen von der Religion zu überzeugen. Demnach werden ganze Charaktere oder Welten erschaffen, um die (vermeintliche) Wahrheit einer Religion zu bezeugen. Daraus schliesst man, dass das Überleben der Religion mit der jeweiligen Mythologie, deren Überzeugungskraft und Plausibilität zu tun haben. Die Mythologien sollten einzig das Interesse an der jeweiligen Mythologie erwecken. (Sawakinome, 2021)
Laut Stephonsays werden die Geschichten der Mythen als Fiktion betrachtet, wobei die Religion als wahr bezeichnet wird. Zudem besteht die Mythologie nur aus Geschichten und Erzählungen, wohingegen die Religion aus unzähligen Belehrungen, Moral und Ethik besteht und diese vermitteln möchte. (Stephonsays, 2021)
So erzählt die Mythologie dabei eine Geschichte, zum Beispiel über die Entführung der Persephone. Dabei würde die Religion probieren, uns etwas aus dieser Geschichte zu lehren, wie zum Beispiel, dass Entführungen böse seien und gegen den Glauben der Religion verstossen und daher Hades als böse Gottheit gelte. So sieht man auch die Parallele von Himmel und Hölle, welche von Zeus und Hades beherrscht werden.
Daraus versteht sich, dass wir heute immer noch von Mythologien umgeben sind und Mythologie ist demnach nicht nur ein alter Ausdruck für eine falsche Religion. Zum Beispiel existiert sie immer noch im Christentum, durch die Geschichte von Adam und Eva und dem Apfel.
Die griechische Mythologie spielt in unserer Zeit immer noch eine ziemlich grosse Rolle. Zwar weniger als Unterstützung einer Religion, dafür mehr als Fiktion oder Geschichte. Ausserdem ist die griechische Mythologie heutzutage eine der beliebtesten und am weitesten verbreiteten Mythologien auf der Welt. Sie ist ein sehr beliebtes Element in Romanen (wie zum Beispiel in dem Jugendroman Percy Jackson) und wird auch in Reklamen oder in Videospielen verwendet. Dabei werden die Götter zwar als mächtige Wesen, die über den Menschen stehen, dargestellt, aber erscheinen sie zum Teil auch als feige oder als faul, da sie die Menschen (oder den Halbgöttern / Helden) die Arbeit oder Schlachten überlassen und amüsiert zuschauen, wie sie sich schlagen.
Gemäss Weidner sei ein Grund für die Beliebtheit der griechischen Götter wohl, dass diese auch fehlerhaft und dadurch auch ein Stück weit menschlich dargestellt werden. So sind gute wie auch schlechte (oder böse) Charaktereigenschaften weit verbreitet, wie zum Beispiel die Eifersucht der Hera, die Untreue ihres Gatten Zeus oder die Brutalität des Ares. Dies erlaubt es uns Menschen oder Bewunderer der Mythologie, uns mit den Persönlichkeiten der Götter oder mit deren Problemen zu identifizieren. Es wirkt beinahe so, als befänden wir uns in einem Roman, in dem die Götter die Hauptfiguren darstellen. (Weidner, 2013, S. 107)
Genau das macht die griechische Mythologie laut Weidner aus: Den Gedanken daran, dass die Götter unter uns wandeln und eigentlich auch menschlich sind und auch Fehler begehen. (Weidner, 2013, S. 107)
Was uns die griechische Mythologie vermitteln will, ist nach Weidner demnach Folgendes: Wenn sogar die Götter Fehler machen, ist es für uns Menschen genauso in Ordnung, Fehler zu begehen. Denn solange diese Götter da oben nicht perfekt sind, muss die Menschheit das noch lange auch nicht sein. (Weidner, 2013, S. 107)
Auch sieht man, dass die Götter immer Kriege führen. Dies gibt es leider auch bei den Menschen, wodurch dieser Krieg auch oft durch eine Glaubensverschiedenheit der Religion herbeigeführt wird.
Die griechische Mythologie hat uns deshalb nie verlassen – oder zumindest die Götter nicht. Denn wir erkennen diese in unserem Alltag, in Filmen oder in Kunstwerken und alle kennen Zeus oder die wichtigsten Gottheiten oder hat zumindest schon einmal von ihnen gehört.
Auch in Firmennamen sind sie zum Teil enthalten, wie in der Sportsmarke „Nike“, wobei Nike die griechische Göttin des Sieges ist. Gemäss der Internetseite Kindersache werden auch oft die Namen der Götter als Unternehmensnamen verwendet, wie zum Beispiel ein Versandunternehmen mit dem Namen des Götterboten Hermes.
Ausserdem sind laut der Website Radio Kreta die Götter auch in den Namen von Planeten präsent (vor allem ihre römischen Übernamen), wie zum Beispiel Pluto (Hades), Uranos, Venus (Aphrodite) und viele weitere. (Radio Kreta, 2021) Seit der Verbreitung des Christentums (ca. 50 n.Chr.) wurden die Götter immer weniger angebetet und es wurden ihnen auch immer weniger Opfergaben an den jeweiligen Tempel gebracht, bis zu dem Zeitpunkt, als sie gar nicht mehr angebetet wurden und auch keine Opfergaben mehr erhielten. (Kindersache, 2021) Man kann also sagen, dass die griechische Mythologie heute noch ziemlich aktuell ist, jedoch wird sie nicht so angesehen wie damals, sondern sie dient eher als Unterhaltungsmittel in Büchern oder Werbungen. Jedoch ist und bleibt sie ein Teil der Entstehung und der Entwicklung des Menschen und dies wird sich wohl auch nie ändern.