Die Entstehungsgeschichte

„Am Anfang war nur Chaos, die ungeordnete Energie des Universums. Chaos gähnte und es entstand Leben.“ (Menzies, 2020, S. 10)
Die wohl meistverbreitete Version der Entstehungsgeschichte sei laut Kindersache diejenige des Dichters Hesoid und trägt den Namen „Theogonie“. (Kindersache, 2021)
Wie es Menzies im obigen Zitat so schön beschreibt, habe man zu Beginn weit und breit nur eine gähnende Leere gefunden. Diese Leere sei als Chaos bezeichnet und benannt worden. (Menzies, 2020, S. 10)
Gemäss Menzies hatte diese Leere keinen Anfang und kein Ende. Als dann schliesslich Gaia, die erste Urgöttin, sich aus dem Chaos erhoben hatte, habe sie die Erde und den Himmel (Uranos) aus eigener Kraft geformt. (Rose, 1997, S. 16)
Nach Weidner brachte die Mutter Erde Gaia aus eigener Kraft Pontos (das Meer) hervor und erschuf ausserdem Ourea (die hohen Berge). Dies erbrachte sie ohne Mithilfe des Uranos (dem Himmel), welcher später ihr Gatte werden sollte. (Weidner, 2013, S. 8)

Gemäss Weidner entstanden auch folgende Urgötter aus dem Chaos: (Weidner, 2013, S. 8f.)
• Tartaros – die Unterwelt
• Eros – die Liebe
• Erebos – die Dunkelheit
• Nyx – die Nacht
Nach Weidner gebaren Erebos und Nyx gemeinsam ihre Kinder: (Weidner, 2013, S.10)
• Aether (Aither) – den Himmel und die obere Luft, wird auch als Licht bezeichnet
• Hemera – der Tag
Gaia brachte zusammen mit Uranos noch viele weitere Kinder zur Welt, unter anderem die Titanen. Alles Rund um die Titanen wird im Kapitel 2.1.2 Entstehung der Titanen
genauer erläutert.
Laut Wilkinson existiere eine Entstehungsgeschichte, die sich auf die Göttin Eurynome bezieht. In dieser Version sei sie direkt aus dem Chaos entstanden und sei damit kein Kind der Gaia. Eurynome habe sich mit der Urschlange Ophion gepaart und sich danach in eine Taube verwandelt, die ein gigantisches Ei gelegt habe, welches auch unter dem Namen „Welten-Ei“ bekannt ist. Dank Ophions Schlangenform habe er dieses Ei einfach warmhalten können und es dadurch ausgebrütet. Aus diesem Ei sei dann der gesamte Kosmos mit allen Sternen und Planeten, inklusive den Urgöttern, geschlüpft. (Wilkinson, 2020, S. 16)
Die Urgottheiten
Nach Weidner brachte das Chaos bzw. die Leere die Urgötter hervor, die sogenannten Protogenen (Erstgeborenen) als Verkörperung der folgenden Elemente: Wasser, Erde, Himmel, Luft, Tag, Nacht und Unterwelt. (Weidner, 2013, S. 8)
Urgottheiten der Erde
Als Urgottheiten in Bezug zu der Erde gelten folgende zwei Gottheiten:
Gaia – die Mutter Erde
Sie entstand direkt aus dem Chaos. Sie gilt als die Mutter Erde, auf welcher sich die Menschen bewegen. Gemäss Weidner gebar sie viele Kinder, unter anderem auch den Urgott des Himmels: Uranos. Aber auch Ourea (die Berge) und Pontos (das Meer) wurden von Gaia alleine gezeugt. Zudem gebar sie auch zusammen mit ihrem Gemahl die spätere Generation der Titanen und zahlreiche andere Wesen, wie die Giganten, die Hekatoncheiren und die Kyklopen. Sie wird oft als ehrwürdige, zur Hälfte in ihrem Element – der Erde – versunken, dargestellt. (Weidner, 2013, S. 8)
Durch ihre Handlungen wird sie vor allem als sanfte, beschützende und sorgende Mutter beschrieben. Jedoch konnte sie auch sehr nachtragend sein, wenn ihre eigenen Kinder ihre Versprechen nicht hielten.
Ourea – die hohen Berge
Laut Weidner sind Ourea auch Kinder der Gaia und damit auch Geschwister des Uranos und des Pontos. (Weidner, 2013, S. 8)
Laut der Website Hellenicaworld gelten folgende Gebirge als Teile der Ourea: (Hellenicaworld a, 2021)
• In Sizilien: Ätna
• In Griechenland: Athos, Helikon, Nysos, Oreios und der Olymp
• In Anatolien: Tmolos
Urgott des Himmels
Als Urgott des Himmels gilt folgender Gott:
Uranos – Urgott des Himmels
Uranos ist der Sohn und gleichzeitig auch der Gemahl der Gaia. Zusammen mit seiner Mutter Gaia hat Uranos viele Nachkommen. Laut Weidner seien die bekanntesten Kinder die Titanen gewesen. Kronos, der jüngste der Kinder, habe Uranos am Ende auf Bitte von seiner Mutter Gaia umgebracht. (Weidner, 2013, S. 10 – S. 11)
Gemäss Camphalfblood wird er oft als schlechter Vater bezeichnet und dargestellt, der seine Kinder nicht beachtete und sogar einsperrte, wie er dies zum Beispiel bei den Giganten tat. Zudem wird er auch als schlechter Ehemann dargestellt, weil er sich nicht um Gaia kümmerte, auch als sie in Tränen ausbrach. (Camphalfblood, 2021)
Urgöttin der Nacht
Als Urgöttin der Nacht gilt folgende Göttin:
Nyx – die Urgöttin der Nacht
Nach Weidner ist Nyx die zweite Tochter des Chaos und somit die Schwester der Gaia. Sie wird oft mit schwarzen Flügeln dargestellt, jedoch ist ihr Haupt immer von schwarzem Nebel verdeckt und deshalb nur schwer zu erkennen. Zusammen mit Erebos hat sie Aither und Hemera geboren, welche auch als Urgottheiten gelten. Zudem ist Nyx auch die Mutter von anderen bekannten Wesen, wie den drei Moiren, Hypnos (der Titan des Schlafes) und Thanatos (dem Tod). (Weidner, 2013, S. 9)
Gemäss der Internetseite Taschenhirn wird Nyx oft mit einem leichten, schwarzen Kleid dargestellt und wird manchmal auch mit einem ihrer Symbole abgebildet: dem Raben. (Taschenhirn, 2021)
Urgötter der Unterwelt
Als Urgötter in Verbindung zur Unterwelten gelten folgende Götter:
Erebos – der Urgott der Finsternis
Laut Weidner ist Erebos das dritte Kind, welches sich aus dem Chaos erhob. Er wird auch als einen Teil der Unterwelt bezeichnet, wie Tartarus. Seine Finsternis (auch düstere Nebelschwaden genannt) verteilt sich an den Rändern der Welt und erfüllt die Erde und die Unterwelt mit tiefer Finsternis. Nyx benutzt seine düsteren Nebelschwaden, um die Nacht einzuläuten und damit das Licht des Aithers zu vertreiben. Zusammen mit Nyx brachten sie Aither (das Licht) und Hemera (den Tag) sowie weitere dunkle Wesen hervor. (Weidner, 2013, S. 9)
Tartaros – die personifizierte Unterwelt
Nach Weidner ist Tartaros das vierte Kind des Chaos. Der Ort Tartaros befindet sich im düstersten Teil in der Unterwelt, wo niemals ein Lichtstrahl hingelangen kann. Dieser Ort befindet sich im tiefsten Bereich des Hades und alle besiegten Götter, Titanen oder Wesen werden an diesen Ort verbannt. Aus diesem Grund wird der Tartaros auch als eine Art Strafort angesehen. (Weidner, 2013, S. 9)
Gemäss Waldorf-Ideen Pool befände sich der Tartaros so tief unterhalb der Erde, dass ein Amboss neun ganze Tage bräuchte, um am Boden des Tartaros anzukommen. Genauso lange wie vom Himmel zur Erde. Es wird erzählt, dass sich die Nacht in das im Tartaros stehende Schloss zurückziehe und am Ende des Tages wieder auf die Erde zurückkehre. (Waldorf-Ideen Pool, 2021)
Urgott der Luft
Folgender Urgott wird in Verbindung zur Luft dargestellt:
Eros – die allgegenwärtige Liebe
Weidner erzählt, dass Eros das fünfte und letzte Kind des Chaos ist und als der Schönste unter den Unsterblichen gilt. Dies habe dazu geführt, dass alle seine Schönheit bewunderten und sich vor dieser auch beugten. Er ist zudem bekannt als die Anziehungskraft, welche er gegenüber anderen Wesen verstrahlt. Der Urgott Eros ist aber nicht zu verwechseln mit dem Gott Eros. Obwohl sie beide über die Liebe herrschen, ist der Urgott Eros direkt von dem Chaos abgestammt, während der Gott Eros von Aphrodite und Ares abstammt. (Weidner, 2013, S. 8)
Urgottheiten des Wassers
Diese Urgottheiten beziehen sich auf das Element des Wassers:
Pontos – Urgott des Meeres
Laut Weidner wird Pontos auch als Urgott der hohen See bezeichnet und ist der erste Sohn der Gaia. Er hat viele Kinder zusammen mit seiner Mutter, welche auch als Wesen oder Götter des Wassers zählen, unter anderem Nereus, Thaumas, Phorkys, Keto, Eurybia und die Telechinen. Zusammen mit Thalassa haben sie die Fische erschaffen und geboren, sowie alle anderen Lebewesen des Meeres. (Weidner, 2013, S. 11)
Thalassa – Urgöttin der See
Gemäss Weidner wird Thalassa unter anderem auch als Verkörperung des Meeres dargestellt. Ihre Eltern sind Aither und Hemera. Sie gilt als weibliches Gegenstück von Pontos. Ihr gehört aber im Vergleich zu Pontos das innere Mittelmeer. Sie nimmt selten eine bestimmte Gestalt an, weshalb sie immer wieder anders dargestellt wird. (Weidner, 2013, S. 11)
Urgottheiten des Tages
Folgende Urgottheiten stehen im Bezug zum Tag:
Hemera – Urgöttin des Tages
Nach Weidner ist Hemera die Tochter des Erebos und der Nyx, sowie die Frau des Urgottes des Lichtes: Aither. Sie ist die Urgöttin des Tages. Hemera vertreibt die Nebelschleier, welche ihre Mutter Nyx über die Welt zieht und läutet somit den Tag ein. (Weidner, 2013, S. 10)
Laut der Website Taschenhirn wird Hemera oft als sehr erhaben beschrieben und wird zudem häufig mit Zweigen und Blumen in den Händen haltend abgebildet. (Taschenhirn, 2021)
Aither – Urgott des Lichts
Gemäss Weidner ist Aither der Sohn des Erebos und der Nyx. Er wird als helle, blau leuchtende Schicht, welche sich über die Erde spannt, dargestellt. Es soll den Ort im „oberen Himmel“ beschreiben, wo sich der Sitz des Lichts befindet. Nyx zieht am Abend ihren Nebelschleier zwischen seinem Reich und der Erde, um das Licht und die Erde zu trennen. Dadurch läutet Nyx die Nacht ein. Es wird daher auch behauptet, dass die Sterne Punkte seien, wo Aither sein Feuer konzentriert. (Weidner, 2013, S. 10)
Gemäss Taschenhirn solle sein weibliches Gegenstück von der Theia verkörpert werden, der Titanin des strahlend blauen Himmels, der Sehkraft und der Edelsteine. (Taschenhirn, 2021)

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Alles zur Geburt der Titanen und das goldene Zeitalter.

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